Aysén: Probier’s mal mit Gemütlichkeit!

Will­kom­men im Land der Kon­tras­te. Wer auch immer sich das hier aus­ge­dacht haben mag, hat­te eine blü­hen­de Fan­ta­sie. Oder war ein­fach nur auf irgend­ei­nem Trip. Aysén, eine der süd­lichs­ten Pro­vin­zen Chi­les, ist das Land der Pio­nie­re. Hier trei­ben die Gau­chos ihr Vieh mit­ten über die Pla­za, hul­di­gen dem Rodeo und ernäh­ren sich über­wie­gend von Lamm­fleisch und Rot­wein.

Dem­entspre­chend gemäch­lich geht es hier auch zu. Bei einer Besied­lungs­dich­te von einer Per­son pro Qua­drat­ki­lo­me­ter ist das auch wenig ver­wun­der­lich, denn im Zwei­fels­fal­le gibt es nie­man­den, der einen erwar­tet (es sei denn man hat irgend­et­was mit Rot­wein oder Lamm­fleisch zu tun).

Seit sechs Wochen sind wir bereits hier unter­wegs. Unser ohne­hin schon lang­sa­mes Rei­se­tem­po haben wir noch wei­ter ver­lang­samt und nähern uns damit der loka­len Lebens­ge­schwin­dig­keit an. Die Tage sind lang. Das liegt nicht nur dar­an, dass es tat­säch­lich erst um 22.30 Uhr dun­kel wird, son­dern vor allen Din­gen an der Tat­sa­che, dass so gut wie nichts pas­siert. Die weni­gen Ort­schaf­ten ent­lang der Car­re­te­ra Aus­tral befin­den sich in einer Dau­er­sies­ta. Es ist so gut wie unmög­lich, zwi­schen den ein­zel­nen Wochen­ta­gen zu unter­schei­den. Mit einer Aus­nah­me: Wenn die Vor­gär­ten nach frisch Gegrill­tem rie­chen, Bier und Wein aus­ver­kauft sind und die Köp­fe der Män­ner im Dorf ein­heit­lich tief­rot leuch­ten, ist Sonn­tag.

Aysén war schon immer das eigent­li­che Ziel unse­rer Pata­go­ni­en­rei­se. Vor sechs Jah­ren ver­brach­ten wir hier nur weni­ge Tage, ahn­ten aber bereits, was wir hier ver­pas­sen wür­den. Nun sind wir dabei, die­sen Schatz aus­zu­he­ben. Es hat sich viel getan in die­ser Zeit. An vie­len Orten ist man nun nicht mehr allei­ne, eini­ge haben sich sogar als fes­te Anlauf­stel­len für einen jeden Pata­go­ni­en­rei­sen­den eta­bliert. Wie über­all gilt aber auch hier: wer genü­gend Zeit mit­bringt, wird reich belohnt. Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Pfa­de ist nicht aus­ge­tre­ten; die Schön­heit und Viel­falt die­ses Fleck­chens Erde sind nicht zu beschrei­ben, man muss ihn schlicht selbst erle­ben.

Über Weih­nach­ten und Neu­jahr hat­ten wir das gro­ße Glück, Besuch von der Fami­lie zu bekom­men. Was folg­te waren zwei Wochen Road­trip und unglaub­lich schö­ne Rei­se­mo­men­te. Seit­dem ist nun fast ein Monat ver­gan­gen. Ein Monat, in dem wir uns noch nicht ein­mal 150 Kilo­me­ter fort­be­wegt haben. Wir haben uns ver­liebt. Ver­liebt in die Ruhe, in die Ent­spannt­heit der Leu­te, in die Men­schen, die uns begeg­nen und vor allen Din­gen in die Natur, die sich hier von ihrer spek­ta­ku­lärs­ten Sei­te zeigt.

Qui­en se apura en la Pata­go­nia, pier­de el tiem­po.”

Ein Sprich­wort besagt, dass der, der in Pata­go­ni­en in Eile ist, sei­ne Zeit ver­geu­det. Nur, dass es sich nicht bloß um eine Phra­se han­delt. Viel­mehr scheint es sich um ein Lebens­mot­to zu han­deln, geleb­te Gemüt­lich­keit. Wir haben unser Zelt vor­über­ge­hend in Puer­to Gua­dal, einem 350-Ein­woh­ner-Kaff am Ufer des zweit­größ­ten Sees des Kon­ti­nents, dem Lago Gene­ral Car­re­ra, auf­ge­schla­gen. Eine klei­ne Rei­se­pau­se gewis­ser­ma­ßen. Füße erho­len und Ener­gie tan­ken für den nächs­ten Abschnitt, der uns noch wei­ter Rich­tung Süden bis ans Ende der Stra­ße füh­ren wird. Wir wis­sen noch nicht genau wohin, wohl aber wie: gemäch­lich, wie es sich hier eben gehört…

Kon­zert im Grü­nen

Ers­te-Klas­se-Tram­pen ent­lang der Car­re­te­ra Aus­tral: Unter­wegs im Bau­ar­bei­ter-Bus

Dank Angel auf unse­ren Wan­de­run­gen mitt­ler­wei­le fast Stan­dard: Ceviche, roher Fisch mit Zwie­beln, Papri­ka und Kori­an­der, mari­niert mit Zitro­nen­saft

Am Lago Ros­se­lot, im Nor­den der Regi­on Aysén

Mar­mor­höh­len im Lago Gene­ral Car­re­ra

Mar­mor, über Jahr­tau­sen­de hin­weg geformt…

Unglaub­li­che Kon­stras­te

Lago Gene­ral Car­re­ra, hier in Puer­to Rio Tran­qui­lo

Son­nen­un­ter­gang in Puer­to Rio Tran­qui­lo

La Con­flu­en­cia: am Zusam­men­fluss des Rio Baker mit dem Rio Neff

Zusam­men­fluss des Rio Baker und des Rio Cha­ca­bu­co

Neu­jahr in Tor­tel. Über­ra­scher­d­er­wei­se gibt es Lamm, wer hät­te es gedacht?

Im Val­le Cha­ca­bu­co (Par­que Pata­go­nia)

Die Gua­na­kos sind zurück­ge­kehrt

Val­le Cha­ca­bu­co

Val­le Cha­ca­bu­co

La fami­lia

Sen­de­ro los Ávi­les (Par­que Pata­go­nia)

Aysén in vol­ler Blü­te

Vil­la Cer­ro Cas­til­lo

Blick über das Del­ta des Rio Ibáñez

Rio Ibáñez bei Vil­la Cer­ro Cas­til­lo

3000 Jah­re alte Hand­ab­drü­cke in der “Cue­va de los manos” bei Vil­la Cer­ro Cas­til­lo

Der pata­go­ni­sche Him­mel ist geprägt durch die extrem star­ken Win­de

Kirsch­sai­son in Pata­go­ni­en

Fan­tas­ti­sche Wäl­der in der Reser­va Nacio­nal Cer­ro Cas­til­lo

Zau­ber­wald (Reser­va Nacio­nal Cer­ro Cas­til­lo)

Nacht­la­ger vor gewal­ti­ger Kulis­se

Son­nen­auf­gang am Cer­ro Cas­til­lo

Der Mond steht noch am Him­mel

Das Töch­ter­lein als Berg­ge­spenst

Abstieg ins Tal nach fünf Tagen in der Reser­va

Das Tal des Rio Ibáñez von oben

Wie­der unter­wegs im LKW in Rich­tung Fäh­re

Das Töch­ter­lein pro­biert sich als Foto­gra­fin

Auf der Fäh­re über den Lago Gene­ral Car­re­ra. Der unfass­bar star­ke Wind sorgt gemein­sam mit der Son­ne für ein beein­dru­cken­des Far­ben­spiel

Unwirk­li­che Kon­tras­te am Lago Jei­ni­me­ni

Nacht­la­ger im Cam­pa­men­to Ral­eigh am Lago Ver­de (Reser­va Nacio­nal Jei­ni­me­ni)

Wer schmeißt hier die Farb­beu­tel?

La Glo­ria: Fan­tas­ti­scher Blick ins Val­le Her­mo­sa (Reser­va Nacio­nal Jei­ni­me­ni)

Ang­ler­pa­ra­dies (Reser­va Nacio­nal Jei­ni­me­ni)

Lachs!

Crossing rivers in para­di­se (Reser­va Nacio­nal Jei­ni­me­ni)

Blü­ten­meer (Reser­va Nacio­nal Jei­ni­me­ni)

Lago Jei­ni­me­ni

Die Flech­ten, hier “Alt­män­ner­bär­te” (Bar­ba de vie­jo) genannt, sor­gen für eine mys­ti­sche Atmo­sphä­re (Puer­to Gua­dal)

Nur zwei Geh­stun­den von Puer­to Gua­dal ent­fernt liegt ein gänz­lich unbe­kann­ter Schatz: Los Fósi­les

Bis zu 17 Mil­lio­nen Jah­re alte Fos­si­li­en, soweit das Auge reicht. Frü­her Mee­res­bo­den, heu­te Berg­gip­fel

Mis­si­on Treib­holz: das Töch­ter­lein mit ihrem gelieb­ten Cris­tián

Stei­ne sam­meln am Mar­mor­st­rand

Unglaub­li­cher Ort: an der Kan­te ober­halb eines Was­ser­falls bei Puer­to Gua­dal befin­den sich natür­li­che Gum­pen. Mal wie­der kein Mensch dort

Manch­mal muss man für ein gutes Foto eben lei­den: Natu­ral Infi­ni­ty Pool (gefühlt 2°C)

Zieht immer beim Tram­pen: Frau und blon­des Kind

…blöd nur, dass außer ein paar Gau­chos so gut wie nie­mand unter­wegs ist

Blick auf das mäch­ti­ge pata­go­ni­sche Inland­eis (Cam­po Hie­lo Nor­te)

Nie­mand zu Hau­se: die Klin­gel eines längst ver­las­se­nen Hau­ses (Val­le Leo­nes)

Ertappt! (Val­le Leo­nes)

Spek­ta­ku­lär: Der Gla­ci­ar Leo­nes kalbt in den Lago Leo­nes (Cam­po Hie­lo Nor­te)

Mäch­tig!

Pata­go­ni­scher Him­mel (Puer­to Gua­dal)

Der so lieb gewon­ne­ne Blick auf den Lago Gene­ral Car­re­ra von unse­rem vor­über­ge­hen­den Zuhau­se in Puer­to Gua­dal

 

1 Comment

  1. UNFASSBAR!!! Die Fotos sind ein­fach nur SENSATIONELL! Jedes ein­zel­ne ver­setzt mich in end­lo­se EXSTASE! WUAAAAHHH!!!

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